Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!

Hallo Welt!

Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!

Ich habe diese provokative Aussage absichtlich gewählt. In den Tagen, in denen wir gerade leben, ist allenthalben zu beobachten, dass diese Aussage weit verbreitet zu sein scheint. Wer sich nicht unserer Meinung anschließt, wer sich nicht für uns entscheidet, wer nicht für uns und mit uns spielt, ist zwangsläufig gegen uns.

Es fällt so unsagbar schwer andere Meinungen, andere Wünsche gelten zu lassen, die den eigenen Vorstellungen zu wider laufen.

Da schliesst sich die Frage an, warum das so ist?

Ganz klar, wir leben auf einer grossen Welt mit 7 Milliarden Menschen. Auf einer Welt, die sich stark im Wandel befindet. Eine Welt mit Umweltkatastrophen, offen ausgetragenen Kriegen, wirtschaftlichen Auseinandersetzungen und großen Strömen an Menschen. Menschen, die sich aufmachen, um in Sicherheit leben zu können.

Meiner Meinung nach sollte das erst einmal kein Problem sein. Allerdings weiche ich nun vom Thema ab. Es sei nur soviel dazu gesagt: ich wäre auch froh, wenn ich in solch einer Situation in einem anderen Land für meine Familie und mich Asyl erhalten würde.

Dieser Wandel verursacht auf natürliche Weise Verunsicherung. Und der Umgang mit diesem Wandel polarisiert die Menschen. Es bilden sich Meinungen in allen Lagern. Meinungen, die von Hoffnung und der sich daraus ergebenden Zuversicht geprägt sind und Meinungen, die von Angst und der sich daraus ergebenden Ablehnung geprägt sind. Des Weiteren ergeben sich Meinungen, die dazwischen liegen und wie ein Pendel mal mehr zur einen Seite, mal mehr zur anderen Seite hin ausschlagen. Im weitesten Sinne Unentschieden, unterworfen der aktuellen Entwicklung der Situation.

Wir sollten nicht vergessen, dass jede Meinung für sich richtig und schlüssig ist. Jede Meinung ist okay. Meinungen und Überzeugungen entwickeln sich aus den Lebenssituationen der Menschen heraus. Meinungen und Überzeugungen sollten keiner Verurteilung unterliegen. Meinungen werden gebildet, nicht übergestülpt.

Das Phänomen das sich aus dieser Situation heraus entwickelt, ist, der Gedanke, die richtige Sichtweise für sich beanspruchen zu können. Dass es daneben noch andere Sichtweisen geben kann, wird nicht mehr wahrgenommen. Und so geschieht es, dass der Andersdenkende als Gegner, als Bedrohung der eigenen Idee wahrgenommen wird.

Dieses Wer nicht für uns ist, ist gegen uns! mag durch die globalen Umwälzungen so massiv ans Tageslicht gekommen sein und hat sich dadurch bis hinunter in die nachbarschaftlichen, freundschaftlichen, vereinsgemeierten Begegnungen ausgebreitet, oder aber es hat durch die globalen Verhältnisse begünstigt den umgekehrten Weg genommen. Diese Frage ist nichts mehr, als die Frage was zu erst da war. Die Henne oder das Ei.

Doch schauen wir uns das Ganze mal genauer an. Ist jemand, der eine andere Meinung vertritt, jemand, der ein anderes Verhalten an den Tag legt, zwangsläufig gegen uns? Nehmen wir dies mal als gegeben an. Und nehmen wir als gegeben an, dass dieser Mensch die Gemeinschaft, in der er lebt verlassen sollte. Was wäre die Folge davon? Er müsste gehen. Oder?

Die Folge wäre der Ausschluss von Menschen aus ihrer Gemeinschaft im großen Stil. In dieser absurden Überlegung würde sich eine große Zahl bereitwillig auf den Weg machen, um anderswo ihr Glück zu finden. Zum Glück ist es aber nicht so.

Wer eine andere Meinung vertritt, ist nicht zwangsläufig gegen eine Gemeinschaft. Er hat lediglich eine andere Meinung und ist darüberhinaus befähigt worden, seine Meinung ändern zu können. Was dem zu Grunde liegt ist das Gespräch. Denn mitunter liegen Meinungen gar nicht so sehr auseinander, wie wir meinen.

Das wichtige aber ist das Gespräch. Durch den Austausch von Argumenten, Informationen, Motivationen, Bedenken und Ängsten ist es möglich neue Meinungen zu bilden. Dies zum einen und zum anderen auch das Zuhören, das Wahrnehmen und Annehmen des jeweils anderen.

Machen wir uns bewusst, dass sich unsere Welt im Wandel befindet. So wie sie es gestern getan hat und morgen tun wird. Machen wir uns bewusst, dass es keine in Stein gemeisselten Meinungen gibt. Auch werden sie nicht übergestülpt, sondern im besten Falle eingesehen, auf jeden Fall aber gebildet. Gebildet werden sie aber nur im direkten Austausch.

So sollte es also heißen: Wer nicht für uns ist, ist lediglich anderer Meinung und wir sollten uns darüber einmal in Ruhe austauschen.

Es ist der Schritt, den man auf den anderen zu macht, nicht der von ihm weg.

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