Das Wunder der Vergänglichkeit

Hallo Welt!

Ich bin mir nicht sicher wie es Euch geht. Mir waren nur jene Worte bekannt, in denen es heisst: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Ich muss gestehen, dass mir noch nicht einmal der Autor bekannt war.

Doch jener, der dies geschrieben hat, der hat mein Herz berührt. Es ist Hermann Hesse.

In all den Jahren bin ich mit vielen Menschen in  Berührung gekommen. Und in Berührung kommen ist hier im wahrsten Sinne es Wortes gemeint. Dadurch bauen sich intensive Beziehungen auf. Nein, nicht mit allen – das wäre auch vermessen. Aber mit sehr vielen Menschen. So bekomme ich auch Einblick in das Leben der Menschen mit denen ich es zu tun habe.

Dies führt natürlich auch dazu, dass ich mich mit den Dingen der Menschen beschäftige, nicht mit der Geschichte jedes einzelnen, mehr mit dem was allen Menschen gemeinsam ist.

Gemeinsam ist dem Menschen die Geburt, der Tod und die Zeit dazwischen.

Ende letzten Jahres kam ich zu einem Menschen, der ein Rezidiv einer schon besiegt geglaubte Krankheit erlitt. Der Mensch ließ sich von diesem Rückschlag nicht unterkriegen. Er kämpfte gegen die Krankheit und die damit verbundenen weiteren Beeinträchtigungen. Er wollte sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen und das, obgleich er schon am Ende seines biologischen Lebens stand und das Leben mit einigen entbehrungsreichen Mühen garniert war.

Selbstverständlich waren diese Bemühungen nicht frei von Zweifeln. Und so kam eines Tages die Frage auf, was sie anderes machen sollten?

Wir alle wünschen uns und unseren Familien nur das Beste. Nachdem ein Leben arbeitsam durchlebt wurde, haben wir alle den Wunsch viel Zeit sinnvoll und sinnstiftend gemeinsam zu verbringen.

„Ich würde ans Meer fahren und noch ein paar tolle Tage verbringen, Sonnenuntergänge beobachten, den windgepeitschten Regen auf meinem Gesicht spüren oder die winterliche Sonne meine Haut wärmen lassen, bei einer Thermoskanne voll heissem Tee, in liebender Zweisamkeit.“

Das Leben ist Vergänglich. So wie auch jeder Tag vergeht. Wir brauchen dem Tag nicht nachzutrauern, da nach der Nacht schon ein neuer Tag bereit steht. Der stetige Wechsel von Tag und Nacht begrenzt die Zeit. Und jeder Tag beginnt neu und endet mit dem Abschied. Und jedem Tag, jeder Minute und jeder Sekunde wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilf zu leben.

Das Leben ist die Aufforderung zu wachsen und sich zu weiten. Hineinzuweiten in das unendliche Leben. Beheimatet im Leben selbst. Bereit den Lebensweg zu gehen.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

Die Tage am Meer wurden als eine Möglichkeit betrachtet. Palliativmedizinisch wäre es wohl einzurichten gewesen.

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

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